Wie bereits 2015 geplant, fand Ende Mai/Anfang Juni die zehntägige Gewerkschaftsreise nach Apulien statt. Auf dem Programm standen auch einige Besichtigungen. Apulien gehört zu den acht ältesten Regionen Italiens und weist eine übertausendjährige Geschichte auf, die unter dem Einfluss der Griechen, Römer und verschiedenen Völkern des Mittelalters stand.

An der Reise nahmen 44 Teilnehmer und Teilnehmerinnen statt; leider fiel im letzten Moment die Teilnahme unserer AnnaRita Montemaggiore aus. Die Gruppe bestand aus Aktivisten und Führungskräften, einige davon mit Begleitung. Manche fuhren zum ersten Mal nach Apulien. Zweck der Reise war es, unsere Kollegen der Pensionistengewerkschaft in Apulien zu treffen, die sich genau wie wir täglich für den Schutz, die Betreuung und bessere Lebensbedingungen der Senioren einsetzen.

Der erste Aufenthalt war in Bari geplant, wo wir drei Tage lang geblieben sind. Ein Tag war der Entdeckung des Gebietes nördlich der Stadt und der Besichtigung der wichtigsten Städtchen des Gargano an der Adria gewidmet (der auch Sporn des italienischen Stiefels genannt wird). Endziel dieses Ausfluges war der Wallfahrtsort San Michele Arcangelo am Monte Sant’Angelo, der höchste Punkt in diesem Gebiet.
Hier erstreckt sich auch das große Flachlandgebiet Apuliens, der „Tavoliere delle Puglie“.
Am zweiten Tag haben wir uns dann in der Sonne mit Sprung ins blaue Wasser und natürlich mit einem Fischessen zu Mittag entspannt.
Ich möchte hier nicht zu ausführlich über jeden Reisetag berichten. Nur soviel sei noch gesagt: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden das Tagesprogramm mit den touristischen Angeboten und den jungen sehr kompetenten ReiseführerInnen, die uns mit großer Leidenschaft die Liebe zu ihrem Land übermittelt haben, stets sehr interessant.

Im Laufe der Reise haben wir auch wunderbare Bauten besichtigt, so zum Beispiel Castel del Monte, ein für Italien sehr wichtiger historischer Ort, der zu Recht auch zum UNESCO-Welterbe gehört. Jeder sollte mindestens einmal im Leben diese geheimnisvolle Geschichtsstätte aufsuchen.

Unter anderem haben wir auch die Stadt Lecce besichtigt, die aufgrund ihrer Architektur aus weichem Tuffstein („Pietra leccese“) aus dem 17. Jh. auch „Florenz des Südens“ genannt wird. In Lecce hat ein Treffen mit den lokalen Führungskräften der Pensionistengewerkschaft stattgefunden, die uns mit der für den Süden typischen Herzlichkeit aufgenommen haben. Ihre Gastfreundschaft war sogar für mich als eingefleischter Kalabreser eine Überraschung! Anschließend haben uns der Generalsekretär von Lecce Francesco Botrugno und der Generalsekretär von Apulien, Vitantonio Taddeo, durch die Altstadt von Lecce geführt. Außerdem haben Sie dem Leiter des Restaurants, in dem das Abendessen für unsere Gruppe vorgesehen war, ein ausgezeichnetes Menü empfohlen. Einige von uns wurden hingegen von unseren Gastgebern zur Verkostung von typischen lokalen Köstlichkeiten eingeladen.
Otranto (Derentò auf griechischem Dialekt von Salento) ist die östlichste Gemeinde Italiens. Santa Maria di Leuca (aus dem Griechischen leucos = weiß), eine kleine Fraktion des Fremdenverkehrsortes Castrignano del Capo, mit über 1.000 Einwohnern, ist der südlichste Punkt der Halbinsel Salento. Tarent, eine antike Kolonie der Magna Graecia, ist die bevölkerungsmäßig zweitgrößte Gemeinde Apuliens und die größte Gemeinde der Halbinsel Salento. Sie wird aufgrund ihrer geographischen Lage zwischen dem Mittelmeer (Mar Grande) und der hinter der Insel liegenden Lagune (Mar Piccolo) auch „Stadt der zwei Meere“ genannt. Gegründet wurde die Stadt von den Spartanern.

Matera, wegen ihrer Höhlensiedlungen auch Città dei Sassi genannt, ist eine der ältesten Städte der Welt und gehört mittlerweile zum UNESCO-Welterbe; dann Alberobello mit seinen „Trulli“ (den besonderen, kegelförmigen Bauten) und schließlich wieder Bari.
Die Altstadt von Bari ist vor allem wegen der Reliquien des Hl. Nikolaus berühmt. Die Basilika von Bari und die Stadt gehören deshalb auch zu den beliebtesten Stätten der orthodoxen Kirche im Westen.
Die Reise war wirklich sehr interessant - wegen der historischen Denkmäler, der Leidenschaft unserer sehr kompetenten ReiseführerInnen und auch dank unseres Fahrers Gianni, der mittlerweile unser Freund ist.
Apropos Freunde: In Bari haben wir dann nach dem gewerkschaftlichen Treffen in Lecce auch die Führungskräfte der Pensionistengewerkschaft von Apulien und Basilikata getroffen. Auch hier wurden wir sehr freundlich und mit großer Gastfreundschaft empfangen. Nach der Begrüßung durch den Generalsekretär der Pensionistengewerkschaft Apulien-Basilikata, Vitantonio Taddeo, haben Klaus Reider über die Lage in Südtirol berichtet und Carlo Endrizzi noch weitere Auskünfte zur sozialen Betreuung geliefert.
Anschließend wurde vom Sekretär Domenico Liantonio auch die Lage in Apulien genauer beleuchtet.
Die Vertreter der beiden Regionen haben sich dann einige Erinnerungstafeln ausgetauscht. Vor dem üppigen Mittagessen noch eine wunderschöne Überraschung: eine Tanzgruppe aus sechs hübschen Mädchen und einem jungen Mann hat die bezaubernde „Pizzica-Taranta”, einen traditionellen und antiken Tanz dieser Gegend, zu unseren Ehren im Anblick des Meeres vor den Toren von Bari aufgeführt und uns anschließend zum Tanzen eingeladen. Von unseren Tanzkünsten mal abgesehen, war es wirklich eine gelungene Überraschung!
Darauf folgte ein köstliches und ebenso üppiges Fischessen, mit einer Riesentorte zum Abschluss. Wir haben alle begeistert auf unsere Freundschaft angestoßen, in der Hoffnung, uns bald wiederzusehen und vielleicht im nächsten Winter die Gastfreundlichkeit in Südtirol erwidern zu können.

Taddeo, Botrugno und allen anderen Freunden, die wir auf dieser Reise kennenlernen durften, gilt unser aufrichtiger Dank für die herzliche Aufnahme und ihre Freundschaft.

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